WIR BRAUCHEN EINE
AWARD
Wir übernehmen Verantwortung. Deswegen verleiht VOCER 2020 in Kooperation mit der Rudolf-Augstein-Stiftung und ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius bereits zum vierten Mal den #NETZWENDE-Award, den Medienpreis für nachhaltige Innovation im Journalismus.
Der #NETZWENDE-Award fördert in Zeiten globaler Krisen die Hoffnung auf eine besser informierte digitale Gesellschaft, eine konstruktivere Debattenkultur im Netz und eine resiliente Zukunft für Journalist*innen.
Die Wege der Kommunikation, Vernetzung und Wissensgenerierung verändern sich permanent. Wir sehen das gegenwärtige Krisengeschehen jedoch als riesige Chance, Überkommenes abzuschütteln, Neues zu wagen und Risiken einzugehen. Mit dem #NETZWENDE-Award zeichnen wir deshalb gezielt journalistische Nonkonfomist*innen, Umdenker*innen, Visionär*innen und Gründer*innen aus, die davon überzeugt sind, dass neue Denkimpulse den Digitalen Journalismus weiterbringen – und dadurch Teil einer #Netzwende-Bewegung werden wollen. Wenn Ihr mehr erwartet als ein „Back to normal“, fühlt Euch jetzt aufgefordert, Projekte für den #NETZWENDE-Preis zu nominieren oder Euch selbst zu bewerben!
Prämiert werden digitale Projekte, Initiativen, Organisationen und Startups, die einen Unterschied machen wollen. An erster Stelle steht nicht das wachstumsstärkste Geschäftsmodell, sondern der gesellschaftliche „Impact“. Ausgeschlossen vom Bewerbungsverfahren sind einzelne Artikel oder Beiträge.
Der #NETZWENDE–Award ist mit 10.000 Euro dotiert, eine breit aufgestellte Jury ermittelt das Siegerprojekt.
Außerdem gibt es 2020 den #NETZWENDE-Konzeptpreis – eine Förderung für die beste Konzeptskizze aus den beiden #NETZWENDE-Workshops des VOCER Millennial Labs. Das Gewinner-Team erhält den mit 1.000 Euro dotierten Preis für die weitere Umsetzung des Konzepts.
Wann KANN MAN VORSCHLÄGE für den #NETZWENDE-Award 2020 EINREICHEN?
Die Ausschreibung endete am 15. November. Es können keine weiteren Vorschläge eingereicht werden.
Wer KONNTE Vorschläge einreichen?
Alle, die mehr wollen als ein „Weiter so“ und alle, die für ein Umdenken konkrete Projekte auf den Weg gebracht haben, sind eingeladen, Nominierungen für den #Netzwende-Preis einzureichen oder sich mit einem eigenen Projekt zu bewerben!
Was KONNTE vorgeschlagen werden?
Der #Netzwende-Award prämiert keine keine Personen oder einzelne Artikel, sondern Projekte, Initiativen und Start-ups aus dem deutschsprachigen Raum. Diese können gerade starten oder bereits länger bestehen.
Projekte oder Start-ups, die im vergangenen Jahr schon einmal im Rennen um den #NETZWENDE–Award waren, dürfen wieder vorgeschlagen werden.
Wofür ist das Preisgeld?
Das Preisgeld ist zweckgebunden und sollte in den Aus- und Aufbau des ausgezeichneten Projekts fließen.
WANN STEHEN DIE PREISTRÄGER*INNEN FEST?
Die Mitglieder der Jury prüfen ab Ende der Einreichungsfrist alle qualifizierten Vorschläge. Die Jury trat am 28. November zusammen und hat in der Jurysitzung über eine*n Preisträger*in entschieden.
Wird es Auch 2021 Einen #Netzwende Award geben?
Wir gehen zurzeit von einer Fortführung des #NETZWENDE Award aus.
Preisträger*innen
2020
#NETZWENDE Award
Den #NETZWENDE-Award 2020 erhält das lokaljournalistische Digitalprojekt RUMS. Die Redaktion beschäftigt sich mit Entwicklungen in Münster und will digitalen, unabhängigen und konstruktiven Lokaljournalismus ermöglichen. Zu den prominenten Kolumnisten von RUMS gehören die Klimaschutzaktivistin Carla Reemtsma, die Politikerin und ehemalige Bundesvorsitzende der Piratenpartei Marina Weisband, der CDU-Politiker Ruprecht Polenz und der ehemalige SPIEGEL-Chefredakteur und designierte MDR-Programmchef Klaus Brinkbäumer, der auch einer von 11 Mitgesellschafter*innen von RUMS ist. Die Redaktion verschickt regelmäßig einen Newsletter per Mail und veröffentlicht Recherchen und Hintergründe auf der Website www.rums.ms.
„RUMS steht in den Augen der Jury für eine dringend nötige Wende – sowohl im Journalismus als auch im Netz. Die konsequente Ausrichtung auf das Lokale, das Arbeiten in der Nische, die Unabhängigkeit von der Werbeindustrie zeichnen das junge Projekt aus. RUMS hat das Potenzial, große Strahlkraft für die Medienbranche und darüber hinaus zu entwickeln und andere Medienmacher*innen zu ermutigen, ähnliche lokaljournalistische Unternehmungen zu wagen“, heißt es in der Laudatio des Vorjahresgewinners Martin Fehrensen, Gründer des Social Media Watchblog aus Göttingen.
Unter den zahlreichen innovativen Projekt-Einreicher*innen, die sich in diesem Jahr auf den #Netzwende Award 2020 beworben hatten, habe sich die 23-köpfige Jury vor allem davon überzeugen lassen, dass „in Zeiten, in denen weltpolitische Ereignisse nur einen Tweet entfernt sind, RUMS daran erinnert, den Blick dort hinzulenken, wo Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tatsächlich erfahren werden: vor Ort.“
Die deutsche Medienlandschaft stehe aufgrund des veränderten Nutzungsverhaltens und den Einnahmeverlusten infolge der weltweiten Corona-Pandemie vor extremen Herausforderungen. „Think global, report local“ sei daher das journalistische Gebot der Stunde. „RUMS kann durch den Fokus auf ein klar umrissenes Aufgabengebiet dazu beitragen, Demokratie zu stärken und beweist, wie sich Journalismus auch in Krisenzeiten immer wieder neu erfinden kann“, so das Urteil der Jury aus namhaften Vertreter*innen der Medienpraxis.
#Netzwende-Konzeptpreis
Im Rahmen des #NETZWENDE Awards vergibt VOCER.org in diesem Jahr erstmals einen Sonderpreis für das beste journalistische Konzept im Rahmen des VOCER Millennial Labs. Prämiert wird das Hamburger Newsletter-Magazin Flip. Flip versteht sich als ein Angebot an alle, die mit ihrer Stimme und ihrem Konsum etwas verändern wollen: „Wir glauben, eine andere Wirtschaft ist möglich. Eine, die nicht zerstört und ausbeutet, den Klimawandel befeuert und den Wohlstand bei Wenigen konzentriert, sondern Probleme löst.“ Gründer sind Felix Rohrbeck, Christian Salewski, Christian Sothmann und Dominik Sothmann.
Der #NETZWENDE-Konzeptpreis prämiert die beste Konzeptskizze aus den beiden #NETZWENDE-Workshops des VOCER Millennial Labs. Das Flip-Team gehörte zu den Teilnehmern und entwickelte und überprüfte dort in Zusammenarbeit mit Vertreter*innen junger Zielgruppen ein Konzept einer nutzerzentrierten Erweiterung seines bestehenden Newsletters für die Fotoplattform Instagram. In Form von interaktiven Insta-Stories sollen Hintergrundrecherchen zu Wirtschaftsthemen lösungsorientiert aufbereitet werden, um junge Leute zielgruppengerecht für komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge zu interessieren. Der Konzeptpreis ist mit 1.000 Euro dotiert und unterstützt die Realisierung des prämierten Konzepts.
Website: letsflip.de.
Die FLIP-Gründer: Felix Rohrbeck, Christian Salewski, Christian Sothmann und Dominik Sothmann (Foto: Flip)
2019
Den #NETZWENDE-Award 2019 erhält das Projekt Social Media Watchblog. Das Team beschäftigt sich mit den Entwicklungen und Debatten rund um Social Media – und brieft seine Mitglieder regelmäßig in journalistisch sauber aufbereiteten und einordnenden Briefing, darüber wie sich die digitale Plattformökonomie entwickelt.
Das Social Media Watchblog hat die Jury unter anderem deswegen überzeugt, weil für eine Netzwende, die der Gesellschaft mehr Souveränität über ihre Kommunikation gibt, Wissen über die digitale Infrastrukturen benötigt wird. Das Social Media Watchblog gibt diese Orientierung zu den Entwicklungen der sozialen Medien und den dahinter stehenden Strategien der Plattformen. Es zeigt darüber hinaus wie sich Journalist*innen agil in einem Projekt zusammenschließen – und daraus ein nachhaltiges und wirtschaftliches Modell erschaffen können. Ein nachhaltiges wie enorm wichtiges Projekt in aktuellen Zeiten wie diesen.
2018
Den #NETZWENDE-Award 2018 erhält das Projekt MedWatch. Das Team scannt das Netz nach gefährlichen und unseriösen Gesundheitsinformationen, berichtet und klärt auf – denn für Patienten wird es immer schwieriger, verlässliche Inhalte von Quacksalberei zu unterscheiden.
MedWatch hat die Jury überzeugt, denn das Startup leistet einen wichtigen Beitrag zur Verteidigung der gesundheitlichen Aufklärung in Zeiten wachsenden Informationsunsicherheit in der Bevölkerung und eskalierenden Deutungskriegen.
2017
Den #NETZWENDE-Award 2017 erhält das Projekt RiffReporter. Das genossenschaftlich organisierte Autoren-Kollektiv hat sich zusammengeschlossen, um gemeinsam Inhalte zu verwerten, Geschäftsmodelle zu testen und eine Community aufzubauen. Die RiffReporter haben die Jury überzeugt, weil sie sehr gezielt innovative nachhaltige Strukturen für Journalismus im digitalen Raum aufbauen.
ABOUT
#Netzwende ist eine Initiative des Journalismus-Thinktanks VOCER, der vom Verein für Medien- und Journalismuskritik (VfMJ) getragen wird. Der 2009 in Berlin gegründete gemeinnützige Verein setzt sich öffentlich kritisch mit dem Mediensystem, seinen Akteuren, Prozessen und Inhalten auseinander und nachhaltig für Innovation im Journalismus ein.
VOCER.org beschäftigt sich mit der Transformation von Medien und Journalismus, aber auch mit grundlegenden Zusammenhängen und Wechselwirkungen von Technologie, Kultur und Gesellschaft. Das VOCER Innovation Medialab hat seit 2013 zahlreiche junge Medienmacher mit Stipendien gefördert, mit denen diese ihre Projekte erfolgreich voranbringen konnten. 2017 startete VOCER die Initiative #Netzwende und hat erstmals den #Netzwende-Award vergeben. Seit 2014 veranstaltet VOCER den VOCER Innovation Day – eine Konferenz, die neue Wege für den Journalismus sucht. Seit 2018 konzentriert sich das VOCER Millennial Lab außerdem auf die Herausforderungen im Journalismus für ein Millennial-Publikum.
Die Rudolf Augstein Stiftung stiftet seit 2017 einen Teil des Preisgeldes für den #Netzwende-Award. Die nach dem Spiegel-Gründer Rudolf Augstein benannte gemeinnützige Stiftung begann ihre Fördertätigkeit im Jahr 2005. Seither hat sie im journalistischen Bereich mehr als 100 Förderungen mit einem Gesamtvolumen von mehreren Millionen Euro ausgesprochen. Die Stiftung fördert Projekte, die den investigativen Journalismus stärken, die zur Vernetzung von Journalist_innen sowie zur Vielfalt in Redaktionen beitragen oder sich mit neuen Wegen der Vermittlung von Inhalten befassen. Auch die Erprobung neuer Geschäftsmodelle wird unterstützt. Im Bereich der Nachwuchsförderung vergibt die Stiftung Stipendien.
Die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius stiftet seit 2017 einen Teil des Preisgeldes für den #Netzwende-Award. Die private gemeinnützige Stiftung verdankt sich dem Verleger und ZEIT-Mitgründer Gerd Bucerius. Ihr journalistisches Engagement richtet sich insbesondere auf Osteuropa, um dort unabhängige Medien zu stärken. Sie vergibt dazu die Free Media Awards und das Marion Gräfin Dönhoff-Stipendium. Zudem fördert Sie journalistische Fortbildungsangebote und Debatten zu den Entwicklungsperspektiven von Medien und Qualitätsjournalismus.
Die August Schwingenstein Stiftung stiftete von 2017 bis 2019 einen Teil des Preisgeldes für den #Netzwende-Award. Die Stiftung befasst sich mit der Förderung von Journalismus und Journalisten. Sie engagiert sich für journalistische Netzwerkarbeit, in der Aus- und Fortbildung von Journalisten, in der medienpolitischen Debatte und für offene digitale Strukturen für den Vertrieb von Journalismus und Information im allgemeinen.
JURY 2020